Hexenringe gehören zu den hartnäckigsten Pilzproblemen im Hausgarten. Wer einmal einen hat, weiß das. Sie kommen jedes Jahr wieder, wachsen langsam nach außen, und lassen sich durch normales Entfernen der Fruchtkörper nicht beseitigen. Das hat einen klaren biologischen Grund: Das Myzel, das den Ring erzeugt, sitzt tief im Boden und ist dort seit möglicherweise Jahren oder Jahrzehnten aktiv.
Wer einen Hexenring dauerhaft loswerden will, muss tiefer ansetzen als die Oberfläche.
Warum Hexenringe so hartnäckig sind
Das kreisförmige Myzel eines Hexenrings wächst kontinuierlich nach außen, je etwa 20 bis 30 Zentimeter pro Jahr. Die Mitte des Rings, wo das Myzel bereits erschöpft ist, kann abgestorben oder inaktiv sein – die Wachstumsfront am Außenrand ist es jedoch weiterhin.
Ein besonderes Problem entsteht, wenn das Myzel so dicht wird, dass es die Bodenstruktur hydrophob macht – also wasserabweisend. Das Gras im betroffenen Bereich stirbt nicht durch den Pilz selbst ab, sondern weil kein Wasser mehr die Wurzeln erreicht, auch wenn es regnet. Das sieht aus wie Trockenheit, ist aber das Ergebnis des Pilzgeflechts.
Fruchtkörper zu entfernen hilft dem optischen Bild, löst das Grundproblem nicht.
Was wirklich gegen Hexenringe hilft
Tiefes Einstechen und intensive Bewässerung
Die wirksamste Maßnahme bei aktiven Hexenringen mit hydrophobem Boden ist folgende Kombination: Den Boden im Ring und im Bereich darum herum mit einer Grabegabel oder einem Aerifizierer tief einstechen – mindestens 15 bis 20 Zentimeter. Dann intensiv wässern, über mehrere Tage.
Das Ziel ist es, den wasserabweisenden Effekt des Myzels aufzubrechen und Feuchtigkeit tief in den Boden zu bringen. Das allein bekämpft das Myzel nicht, stellt aber die Wasserversorgung des Grases wieder her und mildert den Schaden.
Ein Tropfen Spülmittel im Gießwasser kann die Benetzbarkeit des Bodens kurzfristig verbessern – das klingt unkonventionell, ist aber in der Praxis manchmal hilfreich, wenn der Boden extrem wasserabweisend ist. Nur in sehr kleinen Mengen verwenden.
Bodenaustausch – die gründlichste Methode
Wer den Hexenring dauerhaft beseitigen will, kommt in hartnäckigen Fällen nicht am Bodenaustausch vorbei. Das bedeutet: Die obersten 30 bis 40 Zentimeter Erde im betroffenen Bereich – plus einigen Zentimetern Puffer ringsum – komplett ausheben, entsorgen (nicht kompostieren) und durch frische Erde ersetzen. Danach neu ansäen.
Das ist aufwendig und nicht immer praktikabel. Aber es ist die einzige Methode, die das Myzel wirklich entfernt – zumindest in dem Bereich, den man bearbeitet hat. Tieferliegende Wurzeln können das Myzel prinzipiell regenerieren, aber der Effekt ist in der Praxis oft deutlich spürbar.
Konsequentes Fruchtkörpermanagement
Auch wenn es die Ursache nicht beseitigt: Fruchtkörper sollte man regelmäßig und frühzeitig entfernen – bevor sie sich öffnen und Sporen freisetzen. Das verhindert eine weitere Ausbreitung über den bestehenden Ring hinaus und reduziert den optischen Druck.
Wie beim allgemeinen Umgang mit Rasenpilzen gilt: Fruchtkörper von Hand entfernen, nicht mähen. In den Restmüll, nicht auf den Kompost.
Was nicht hilft
Hausmittel wie Essig, Kalk oder Backpulver haben auf das tief sitzende Myzel eines etablierten Hexenrings praktisch keinen Effekt. Sie könnten kurzfristig einzelne Fruchtkörper beschädigen – aber das Myzel darunter bleibt unberührt.
Chemische Fungizide für den Rasenbereich sind in Deutschland für Privatanwender kaum verfügbar und ohnehin für die meisten Hexenring-Pilzarten wenig wirksam, da das Myzel für systemische Mittel oft schwer erreichbar ist.
Geduld ist Teil der Strategie
Selbst mit konsequenten Maßnahmen dauert es oft mehrere Saisons, bis ein Hexenring zurückgedrängt ist. Wer regelmäßig einsteicht, wässert und Fruchtkörper entfernt, wird in der Regel eine Verbesserung bemerken – aber keine sofortige Lösung.
Wer verstehen möchte, wie ein Hexenring überhaupt entsteht und warum das Wachstumsmuster kreisförmig ist, findet dazu eine ausführlichere Erklärung im Artikel Was sind die Pilze, die in einem Kreis auf dem Rasen wachsen?
